Die Blumenschlacht in Valencia

Jeder, der schon einmal in Spanien war und dort Urlaub gemacht hat, weiß dass die Spanier sehr gerne feiern. Und das selten im kleinen Kreis, sondern meist in der Masse. Es werden sehr gern große Festivals und Feste für die ganze Stadt und ihre Touristen veranstaltet. Wohl jeder kennt die Tomatino, bei der alljährlich in der letzten Augustwoche eine riesige Tomatenschlacht veranstaltet wird. Bis zu 40.000 Besucher drängen sich durch die engen Gassen von Bunol nahe Valencia, um bei diesem Spektakel dabei zu sein. Viele reisen extra zu dieser Zeit an, um einmal live dabei zu sein, wenn die Stadt einem roten Meer aus Tomatensoße gleicht.

Doch genauso spektakulär, nur nicht ganz so bekannt, ist die Blumenschlacht in der Prachtstraße Paseo de la Alameda in Valencia, Spanien Dies bildet den Abschluss des Volksfestes Ferra de Julio. Dieses Fest findet alljährlich Ende Juli statt. Hierbei bedecken über eine Millionen Nelken die Straße. Die Tradition geht auf das Jahr 1871 zurück. Damals war es pompöser Umzug. Zahlreiche Zelte, die mit Pflanzen sehr prächtig geschmückt waren, und die man, ähnlich wie bei einer Ausstellung, ansehen konnte, schmücken die Straßen und Gassen. Die Bekanntheit nahm jährlich zu und 20 Jahre später, also im Jahr 1891, wurde der neue Höhepunkt gefeiert, die Blumenschlacht. Diese wurde und wird unter den Einheimischen auch Batalla de Flores genannt. Bei diesem unblutigen Kampf bewarf sich das wartende Publikum mit den Festdamen auf den festlich mit Blumen geschmückten Festkutschen mit Nelkenblüten. Dieses Spektakel dauert jedes Mal ungefähr eine Stunde, wobei es teilweise auch Zeitüberziehungen gibt, da viele dieses Event besonders genießen und einfach nicht mehr aufhören wollen. Dies hinterlässt einen wunderschönen Blumenteppich in den Gassen. Die Menschen laufen durch das Blumenmeer und durch das Werfen entsteht der Eindruck als würde es in kunterbunten Farben schneien.

Ein Highlight der letzten Feierlichkeit war die Eröffnung durch einige Fallschirmspringer, die genau auf der Ehrentribüne landeten. Dieses Flugzeug war es auch, das dafür sorgte, dass ein Meer an Blüten den Boden erreichten. Es regnete Blüten, die dabei aus dem Flugzeug geworfen wurden. Rita Barbera, die Bürgermeisterin des Ortes, kürte im Anschluss daran den schönsten Prachtkutschenwagen. Nach dieser Siegerehrung begann die eigentliche Schlacht, Zuschauer, Besucher und Einheimische bewerfen sich mit den Blüten. Auch dies bildet wie immer das Ende der vierzehntägig andauernden Veranstaltung, dem Internationalen Musikkapellenwettbewerb, der erstmalig im Jahr 1886 abgehalten wurde. Schauplatz hierfür sind der Musikpalast, der Palau de la Musica sowie die Stierkampfarena. Ebenfalls beeindruckend und ein weiterer Höhepunkt ist das wunderschöne Feuerwerksspektakel, das von den besten Pyrotechnikern aus ganz Spanien akribisch geplant und durchgeführt wird. Schon Monate vorher werden neue Himmelsfiguren überlegt, die das spanische, aber auch internationale Volk begeistern sollen. In jedem Jahr kommt es für die Daheimgebliebenen sogar zu Fernsehübertragungen, damit alles hautnah mitverfolgt werden kann. Am Himmel können während der Show sämtliche Farben betrachtet und spannende Effekte bewundert werden, an denen nicht zuletzt auch ausgezeichnete Pyrotechniker beteiligt sind, deren Einfallsreichtum schier grenzenlos ist.

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